Der Förderturm

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Der von Alfred Fischer geplante und 1929 fertiggestellte Förderturm der ehemaligen Schachtanlage Königsborn III/IV gilt als bedeutendes Dokument der architekturgeschichtlichen Entwicklung im Industriebau der zwanziger Jahre. Er verkörpert den Übergang zum Funktionalismus und wurde zum Vorbild der meisten modernen Fördertürme. Sein Architekt Alfred Fischer zählt neben Fritz Schupp zu den wichtigsten Industriearchitekten im Ruhrgebiet.

Der ehemalige Förderturm Königsborn III/IV bietet als Industriedenkmal eine einzigartige Innenarchitektur. Bis zu einer Höhe von 55m ist der Innenraum zu Fuß über Treppen begehbar. Der Turm wird in der Höhe durch verschiedene Zwischenebenen gegliedert. Jede dieser Ebenen bietet eine besondere und einzigartige Atmosphäre.

Über achtzig Jahre prägte der Bergbau das Leben der Menschen in der Gemeinde Bönen, so dass der Förderturm Königsborn III/IV einen bedeutenden Teil der Geschichte der Gemeinde repräsentiert.

Am 7. August 1999 präsentierte Mischa Kuball die von ihm geplante Lichtkunst Yellow Marker. In der Gemeinde Bönen hat das von Kuball vorgestellte Konzept zur künstlerischen Gestaltung des Förderturms viele Aktivitäten in Gang gesetzt.

Der Architekt

Mit über 150 Gebäuden hat Professor Alfred Fischer das architektonische Gesicht des Ruhrgebietes entscheidend mitgeprägt. Als bekanntestes Bauwerk gilt der 1929 erbaute KVR-Verwaltungssitz.

1911 nach Essen berufen, setzte Fischer als Architekt und als Direktor der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bau-Maßstäbe.

Zu den imposantesten Bauwerken, die aus der Ideen-Werkstatt von Professor Alfred Fischer stammen, zählt der Förderturm der ehemaligen Zeche Königsborn III/IV in Bönen. Der Förderturm in Bönen ist ein herausragendes Zeichen der regionalen Industriearchitektur und markiert den Ausgang des östlichen Ruhrgebietes.

Quelle Abbildung: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft, Berlin, 1930

fischer